Forschungsbohrung mit Anschlussnutzung in Mönchengladbach
Damit die Wärmewende vorangetrieben wird, braucht es konkrete Geothermie-Vorhaben in NRW. Im Rahmen des Explorations- und Bohrprogrammes „Geowärme – Wir erkunden NRW.“ sind daher für die Jahre 2027 und 2028 zwei Forschungsbohrungen mit Anschlussnutzung geplant. Im Falle einer Fündigkeit werden die Forschungsbohrungen von lokalen Unternehmen für eine geothermische Nutzung übernommen.
Forschungsbohrung Mönchengladbach
Nach dem Erfolg in Krefeld
Um das Wissen über den tiefen Untergrund zu verbessern, die Potenziale der Geothermie sichtbar zu machen und das Fündigkeitsrisiko bei Bohrungen zu verringern, setzt der Geologische Dienst NRW (GD NRW) im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie (MWIKE) bis 2028 das Explorations- und Bohrprogramm um. Zentrale Elemente dieses Programmes sind neben 2D-Seismik- und Pilotseismik-Kampagnen sowie Forschungsbohrungen zur Wärmespeicherung auch Forschungsbohrungen, mit denen der geologische Aufbau sowie die Eignung potenzieller Gesteinsreservoire für eine geothermische Nutzung untersucht werden. Die knapp 1.000 Meter tiefe Forschungsbohrung des GD NRW in Krefeld hat 2025 eindrucksvoll gezeigt, dass der Kohlenkalk unter dem Stadtgebiet deutlich mächtiger ist, als bislang angenommen, und über ein hohes geothermisches Potenzial verfügt. Die Untersuchungen belegen, dass diese Kalksteinschicht wassererfüllte Spalten und Hohlräume enthält, aus denen warmes Tiefenwasser gefördert werden kann.
Forschungsbohrung Mönchengladbach
Warum Bohrungen mit Anschlussnutzung?
Damit kommende Forschungsbohrungen in noch größeren Tiefen und so in wirtschaftlich interessanten Temperaturbereichen nicht ungenutzt wieder verfüllt werden müssen, wird eine Anschlussnutzung angestrebt. Im Vorfeld einer für 2028 geplanten Forschungsbohrung wurde im Dezember im Rahmen eines Wettbewerbsverfahrens Mönchengladbach als Bohrstandort für eine Forschungsbohrung ermittelt. Eine Fachjury mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Energiewirtschaft und Verwaltung hat den Gewinnerstandort Mönchengladbach anhand definierter Kriterien aus drei Bewerbungen ausgewählt. Ziel in Mönchengladbach ist die Erkundung des Massenkalks. Er entstand während der Devon-Zeit und ist rund 380 Millionen Jahre alt. Entscheidend war neben dem Forschungsaspekt sowie der technischen und rechtlichen Realisierbarkeit insbesondere der von den Bewerbern angebotene Preis für die Übernahme einer erfolgreichen Bohrung. So werden die Investitionen des Landes in die Forschungsbohrung im Erfolgsfall durch den Erwerber ausgeglichen und gleichzeitig die Überführung in eine geothermische Nutzung sichergestellt.
Forschungsbohrung Mönchengladbach
Wie geht es weiter?
Die Forschungsbohrung in Mönchengladbach wird vom GD NRW im Rahmen des Explorations- und Bohrprogrammes geplant, bis 2028 ausgeführt und durch das Land NRW vorfinanziert. Im Erfolgsfall schließt die NEW Smart City GmbH einen entsprechenden Vertrag mit dem MWIKE und übernimmt das Bohrloch für eine geothermische Anschlussnutzung. Dies ist ein innovatives Beispiel dafür, wie öffentliche Vorleistung und kommunale Umsetzung ineinandergreifen, um die Wärmewende in NRW voranzutreiben. Der GD NRW informiert in bewährter Weise transparent über alle Schritte des Projektes.