Forschungsbohrung Münster
Eine mehr als 1.000 Meter tiefe Forschungsbohrung wird 2027 zeigen, ob der rund 100 Millionen Jahre alte Plänerkalk aus der Kreide-Zeit warmes Wasser führt und damit als nutzbares geothermisches Reservoir geeignet ist.
Forschungsbohrung Münster
Warum in Münster?
Die Wahl für die dritte tiefe Forschungsbohrung des GD NRW fällt auf Münster, weil hier bereits eine gute Datenbasis vorliegt. Der GD NRW hat 2021 eine 2D-Seismik im Münsterland durchgeführt, im Winter 2024 haben die Stadtwerke Münster mit einer 3D-Seismik nachgelegt. Die Ergebnisse zeigen Kalksteinschichten aus der Kreide-Zeit in ca. 1.000 bis 1.300 Metern Tiefe – den Plänerkalk. Dieser wurde bisher noch nicht auf sein geothermisches Potenzial untersucht und könnte warmes Tiefenwasser enthalten. Aus den Daten geht außerdem hervor, dass an verschiedenen Stellen im Kalkstein Bruchzonen vorhanden sind, die ideale Wasserwege versprechen. Der Standort gilt als Referenz für das gesamte Münsterland – die Ergebnisse sind damit auch über die Stadtgrenzen von Münster hinaus von großer Bedeutung.
Die Forschungsbohrung Münster erkundet mit dem Plänerkalk das dritte potenzielle geothermische Reservoirgestein in Nordrhein-Westfalen. Mit der Forschungsbohrung in Krefeld hat der GD NRW erfolgreich ein ergiebiges Reservoir im Kohlenkalk nachgewiesen. In Köln-Dellbrück wird in diesem Jahr der Massenkalk untersucht.
Forschungsbohrung Münster
Blick in 90 bis 100 Millionen Jahre Erdgeschichte
Ziel der Forschungsbohrung Münster sind Kalksteine aus der Kreide-Zeit. Das Gebiet des zentralen Münsterlandes war damals von einem Meer bedeckt. Kalkschlämme aus winzigen Meeresorganismen lagerten sich am Meeresgrund ab. Über Jahrmillionen bildeten sich mächtige Kalksteinformationen – der Plänerkalk. In den Kalksteinen sind stellenweise Muscheln, Ammoniten und Seeigel zu finden.
Forschungsbohrung Münster
Wann wird gebohrt?
Der Bohrplatzbau beginnt voraussichtlich 2027. Die eigentlichen Bohrarbeiten werden mehrere Monate dauern und erfolgen im kontinuierlichen 24-Stunden-Betrieb. Im Anschluss finden Analysen im Bohrloch und ein Pumpversuch statt, um die hydraulischen Eigenschaften zu testen. Bis zum Ende 2027 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Aktuell werden noch verschiedene Standorte auf ihre Eignung geprüft. Während die Bohrungen in Krefeld und Köln-Dellbrück bis in maximal 1.000 Meter Bohrtiefe reichten bzw. reichen werden, ist die Forschungsbohrung Münster mit mehr als 1.000 Metern Tiefe geplant. Grund dafür ist die deutlich tiefere Lage des Plänerkalkes. Wie weit sich der Bohrer in Münster in den Untergrund vorarbeiten wird, hängt von der genauen Lage der Kalksteine ab.